Aktuelles vom Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen

Nachrichten für Kreisjägerschaften und Hegeringe

Jagdrecht auf dem Prüfstand des Europäischen Gerichtshofes


Am Mittwoch, den 30. November 2011, fand vor der großen Kammer des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte die mündliche Verhandlung über die Klage eines Grundeigentümers zur Pflichtmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft statt. Der Justiziar des LJV-NRW, Rechtsanwalt Hans-Jürgen Thies, vertritt in dem Verfahren die Position des DJV. Thies: „Natürlich standen die verfassungsrechtlichen Fragen im Vordergrund der Verhandlung. Dass der Kläger aus vermeintlich ethischen Motiven die Jagd auf seinem Grund ablehnt, gleichzeitig aber die Haltung von Schlachtvieh auf diesen Flächen zulässt, wurde von allen Prozessbeobachtern mit Kopfschütteln quittiert und verrät einiges über dessen Doppelmoral.“

Lesen Sie nachfolgend die entsprechende Meldung zum Thema!

30.11.2011, dpa/djv. Ein deutscher Landbesitzer will keine Jäger auf seine Wiesen lassen. Das Thema beschäftigt jetzt sogar den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Befürworter der heutigen Regelung verweisen auf die Kontrolle des Wildbestandes.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) prüft derzeit, ob einige Landbesitzer die Jagd auf ihren Grundstücken zwingend erlauben müssen. Ein 56-Jähriger aus Stutensee in Baden-Württemberg hat gegen die automatische Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft geklagt. Er lehnt die Jagd aus ethischen Gründen ab. Der Mann besitzt bis zu 75 Hektar Wiesen in Rheinland-Pfalz. Er rügt, dass er als Eigentümer von Grundstücken unter 75 Hektar nach deutschem Recht automatisch Mitglied in einer Jagdgenossenschaft sei und die Jagd auf seinem Grundstück dulden müsse.

Das deutsche Jagdrecht diene nur dem Freizeitvergnügen der Jäger, sagte sein Freiburger Anwalt Michael Kleine-Kosack am Mittwoch vor der großen Kammer des EGMR in Straßburg. Dem widersprach die Vertreterin der Bundesregierung, Stefanie Schmahl. Das Jagdrecht diene ausschließlich dem Allgemeinwohl, der Ökologie und der Kontrolle des Wildbestandes. Dies ist auch das Argument der Jagdverbände, die Stellungnahmen einreichen dürfen.
Der Kläger berief sich auf den Schutz des Eigentums.

Er machte auch das Diskriminierungsverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention geltend, weil Besitzer von Ländereien über 75 Hektar frei entscheiden könnten und nicht automatisch verpflichtet seien, den Abschuss von Rehen und anderen Tieren zuzulassen. Sein Anwalt verwies auf Studien, denen zufolge sich der Wildbestand in Zonen ohne Jagd selbst reguliere. Es gebe keine statistische Begründung dafür, dass die Jagd im Interesse der Allgemeinheit notwendig sei.

Dem widersprachen Jagdschützer. Besonders bei Wildschweinen könne von «Selbstregulierung» keine Rede sein. Weil verstärkt «Wildschweinfutter» wie Weizen, Raps und Mais angebaut würde, gäbe es bei den Borstentieren mittlerweile 300 Prozent mehr Nachwuchs, erklärte der Deutsche Jagdschutzverband in Berlin. «Ohne Jagd würde sich die Wildschweinpopulation pro Jahr verdreifachen», hieß es.

Im Januar dieses Jahres hatte die kleine Kammer des EGMR die Beschwerde des Grundbesitzers abgewiesen. Die automatische Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft sei durch das öffentliche Interesse gerechtfertigt, befanden die Straßburger Richter. Mit einem Urteil der großen Kammer des EGMR ist frühestens in sechs Monaten zu rechnen.


Vierbeiner zeigten sich von der besten Seite
Hundetag des Hegerings Coesfeld mit Rekordteilnahme
(27.08.2011)
Coesfeld. Der Hundetag als Abschluss und Höhepunkt des Hundeausbildungskurses bietet jedes Jahr eine gute Gelegenheit für Hundeführer und Hund, das Erlernte zu festigen und unter Prüfungs- bedingungen auszuführen. Alle Hundeführer, auch mit älteren Hunden, waren zu dieser Veranstaltung eingeladen, bot sich doch hier die Möglichkeit vor Aufgehen der Niederwildjagd, das Können der Hunde in der Feld-, Wald- und Wasserarbeit zu überprüfen.
Bei regnerischem Wetter begrüßten der Hegeringleiter Hermann-Josef Israel sowie die Obfrau für das Hundewesen Petra Bitting die Teilnehmer sowie die Richter und Helfer. Insgesamt stellten sich 24 Hunde mit ihren Hundeführern aus dem Hegering Coesfeld sowie aus dem benachbarten Hegering Gescher einem Leistungsvergleich - ein Rekord. Hier wurden in beiden Altersklassen gute Ergebnisse erzielt.
Zu den Auf- gaben, die die Vierbeiner zu erledigen hatten, gehörten u.a. die Haarwildschleppe, die Verloren-Suche, Fuchs über Hindernis und die Wasserarbeit. Damit es auch gerecht zuging, erfolgten die Prüfungen in zwei Klassen. So konnten die Hunde über zwei Jahre, die natürlich schon über gewisse Erfahrungen verfügten, sich messen und die jüngeren Hunde, die schon viel geübt hatten. Letztere durften endlich bei einem Wettkampf das Erlernte zeigen. Und so waren alle an diesem Tag mit großem Elan bei der Sache. Letztendlich konnten nur einige wenige gewinnen. In bester Tagesform zeigte sich bei den erfahrenen Hunden Arno von der Glockenstadt. Das Herrchen vom Deutsch Drahthaar, Albert Reuwener, erhielt für diese Leistungen die Ehrenschüssel und Arno wohl manches Leckerchen. Auf den zweiten Platz arbeitete sich Baas vom Schnepfeneck vor. Stefan Lacher war auf seinen Pudel-Pointer sichtlich stolz. Balko vom Schloss Raesfeld zeigte sich ebenfalls von seiner besten Seite und kam so auf den dritten Platz, was Willi Rickert sichtlich erfreute. Bei den jugendlichen Vierbeinern war es Leika vom Ahler Esch, die mit dem ersten Platz Herrchen Paul Feldmann zum stolzen Sieger machte. Der älteste Hundeführer vor Ort war mit einem der jüngsten Vierbeiner erschienen - eine gute Kombination. Jule vom Schaar, ebenfalls ein Deutsch- Drahthaar, machte ebenfalls eine gute Figur und errang den zweiten Platz, was die Obfrau für das Hundewesen, Petra Bitting, glücklich machte. Klein aber geschickt war Lasse. Der kleine Münsterländer von Bernhard Evers hatte die Unterrichtslektionen der vergangen Monate beherzigt, setzte diese schnell um und arbeitete sich so auf den dritten Platz vor.
Und nach einem so anstrengenden Tag, fehlte auch nicht der angenehme Ausklang. Am Abend fand auf dem Bitting ́schen Hof der Abschluss des Tages mit Preisverleihung verbunden mit einem gemütlichen Grillabend statt. Derweil erholten sich die Hunde daheim von ihrem aufregenden Tag.
(Stadtanzeiger Coesfeld)

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Hartwig Fischer neuer Präsident der Jäger
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Niedersächsischer Bundestagsabgeordneter mit großer Mehrheit gewählt (21.06.2011)
DJV. Der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Hartwig Fischer ist am vergangenen Freitag auf dem Bundesjägertag im rheinland-pfälzischen Frankenthal mit 187 zu 55 Stimmen bei zwei ungültigen Stimmen zum neuen Präsidenten des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV) gewählt worden. Der 62-Jährige – auf den rund 77 Prozent der Stimmen entfielen – tritt damit die Nachfolge von Jochen Borchert an, der nach acht Jahren aus Altersgründen nicht mehr kandidiert hatte. Mit Hartwig Fischer und dem Präsidenten des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein, Dr. Klaus-Hinnerk Baasch hatten sich erstmals in der Geschichte des DJV zwei Kandidaten den Delegierten zur Wahl gestellt.
“Ich danke den Delegierten für den großen Vertrauensbeweis und werde mich unabhängig von Parteiinteressen mit vollem Einsatz in den Dienst des Verbandes stellen”, so der neue Präsident. “Eines meiner Ziele ist es, dass wir nicht nur die Politik für unsere Anliegen gewinnen, sondern auch die Öffentlichkeit. Dafür ist es unerlässlich, dass die Jägerschaft in Deutschland wieder mit einer Stimme spricht.”
Der gelernte Einzelhandelskaufmann Hartwig Fischer gehört seit 2002 der CDU-Fraktion des Deutschen Bundestages an. Der ausgewiesene Afrikaexperte ist unter anderem Vorstandsmitglied der Deutschen Afrika-Stiftung e.V. und von CARE International Deutschland e.V. Seit 1965 besitzt er den Jagdschein und ist Mitglied der Jägerschaft Göttingen.
Neben dem Posten des DJV-Präsidenten wurden noch weitere Ehrenämter für die nächsten vier Jahre vergeben. Neuer Schatzmeisters wurde einstimmig Kurt-Alexander Michael (Präsident LJV Rheinland-Pfalz). Mit großer Mehrheit wurden Dr. Wolfgang Bethe (Präsident LJV Brandenburg), Dr. Volker Böhning (Präsident LJV Mecklenburg-Vorpommern) und Dr. Hermann Hallermann (Vizepräsident LJV Nordrhein-Westfalen) zu neuen Vizepräsidenten des Verbandes gewählt.
Der Deutsche Jagdschutzverband ist die Vereinigung von 15 deutschen Landesjagdverbänden und eingetragener, gemeinnütziger Verein. Rund 250.000 Jäger sind bundesweit über die Landesjagdverbände bzw. deren Untergliederungen im DJV organisiert. Wahlberechtigt waren 244 Delegierte, die zusammen die Delegiertenversammlung bilden, das höchste Gremium im DJV.


Dr. Hermann Hallermann neuer DJV-Vizepräsident
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Vizepräsident des Landesjagdverbandes NRW ins Spitzenteam des Deutschen Jagdschutzverbandes gewählt

LJV. Dr. Hermann Hallermann ist am Wochenende zum Vizepräsidenten der deutschen Jäger gewählt worden. Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) wählte den 57-jährigen Rechtsanwalt aus Münster beim Bundesjägertag im pfälzischen Frankenthal zu einem der drei Stellvertreter des neuen DJV-Präsidenten Hartwig Fischer.

Hallermann hat vielfältige Erfahrung in der Jagdorganisation. Er ist Hegeringleiter in seinem Wohnort Rinkerode, stellvertretender Vorsitzender der Kreisjägerschaft Warendorf und Vizepräsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen. Außerdem steht er dem Davert-Hochwildring vor, der erfolgreich neue Wege zum Schutz von Wild und Natur mit der gemeinsamen Bewirtschaftung von mehr als 50 Jagdrevieren geht.

800 Teilnehmer auf dem Landesjägertag
(Meldung vom 30.05.2011 <ASchneider@ljv-nrw.org>)

Erfreulich gut besucht war der Landesjägertag im Waldinformationszentrum Hammerhof des Regionalforstamtes Hochstift in Warburg-Scherfede (Kreis Höxter) am 28. Mai. Den rund 800 Jägerinnen und Jäger wurde in dem voll besetzten, eigens aufgestellten Festzelt auch einiges geboten.

Bereits in den Grußworten wurden aktuelle jagdpolitische Themen, aber auch Forderungen an die Landesregierung thematisiert. Es sprachen Heinrich Barkemeyer, kommissarischer Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW, Michael Stickeln, Bürgermeister der Stadt Warburg, Friedhelm Spieker, Landrat des Kreises Höxter, Friedhelm Ortgies MdL, Vorsitzender des Ausschusses für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW sowie Reinhard Döring, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe, in Vertretung für den Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes.

Die Ansprache von Udo Paschedag, Staatssekretär des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, war mit Spannung erwartet worden und blieb auch nicht hinter den Erwartungen zurück. Begleitet von Unmutsäußerungen aus dem Publikum wiederholte er die Absichtserklärungen aus dem rot-grünen Koalitionsvertrag, die Jagdsteuer wieder einzuführen und das Jagdrecht zu novellieren.

Jägerpräsident Jochen Borchert erläuterte anschließend eindringlich die Positionen der Jägerschaft und deren Leistungen für die Gesellschaft. Er stellte klar, dass die Jägerschaft ihren Teil der Abmachungen im Rahmen der Abschaffung der Jagdsteuer einhält und forderte dies umgekehrt auch von Land und Landesregierung.

Borchert forderte bei allen jagdpolitischen Entscheidungen der Landesregierung einen sachlichen Dialog unter Beteiligung des Landesjagdverbandes NRW.

Das Waldinformationszentrum Hammerhof mit seiner beeindruckenden Landschaftskulisse und dem angrenzenden Wisentgehege, zahlreiche Aussteller und Informationsstände sowie das sonnige Wetter boten den optimalen Rahmen für den Landesjägertag und machten die gesamte Veranstaltung zu einem echten Jägerfest.


Biotophegepreis 2011
Mit dem Biotop-Hegepreis 2011 wurde auf dem Landesjägertag die Arbeitsgemeinschaft Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg ausgezeichnet.
Die Arbeitsgemeinschaft Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg e. V. betreibt seit mehr als zehn Jahren Biotop- und Artenschutz rund um den Stemweder Berg. Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftsprojekt der Jägerschaften Diepholz und Minden-Lübbecke e. V. Das Ziel ist, eine naturnahe Kulturlandschaft unter Stärkung allgemeiner Naturschutzbelange zu schaffen. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf den Aspekt des Eulenschutzes gelegt.

Preis und Urkunde wurden von Ernst Meyer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Minden-Lübbecke, sowie Friedrich Dannhus und Friedrich Möhlenpage von der Arbeitsgemeinschaft Biotop- und Eulenschutz Stemweder Berg entgetgengenommen.


Lernort-Natur-Preis 2011
Die Kreisjägerschaft Münster wurde auf dem Landesjägertag 2011 mit dem „Lernort-Natur-Preis“ der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung Nordrhein-Westfalen für besondere Verdienste im Bereich „Lernort Natur“ auszeichnen.
Seit Januar 2001 besitzt die Kreisjägerschaft Münster eine eigene Rollende Waldschule. Sie ist mit über 80 Tierpräparaten ausgestattet. Fell-Tastbretter und Baumrinden ergänzen das umfassende Angebot.
Besucht werden nicht nur fast alle 46 Grundschulen in Münster, sondern auch Kitas, Kindergärten, weiterführende Schulen, Lernverzögerten- und Lernbehindertenschulen und zunehmend auch Senioreneinrichtungen.
Kompetente Mitglieder der Kreisjägerschaft und eine zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin sind Ansprechpartner in der Rollenden Waldschule, die jährlich etwa 7000 Kinder und viele Besucher bei den außerschulischen Einsätzen erreicht.
In den letzten Jahren hat sich die Kreisjägerschaft den besonderen Einsatz in zahlreichen Lernverzögerten- und Lernbehinderteneinrichtungen, oft auch in sozialen Brennpunkten, auf die Fahne geschrieben und erzielt dabei beste Erfolge.
Hubertus Thoholte, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Münster, und die Beauftragte für die Rollenden Waldschulen, Frau Maria Weckendorf, nahmen Preis und Urkunde entgegen.

LJV auf der Jagd & Hund Open Air
20 Jahre Lernort Natur
Lernort Natur feiert in diesem Jahr in ganz Deutschland seinen 20. Geburtstag, feiern Sie mit! In NRW ist die Initiative zwar deutlich älter, aber bundesweit nahm Lernort Natur auf dem Bundesjägertag in Stade im Jahr 1991 ihren Anfang. Grund genug, dieses Jubiläum gebührend zu feiern. Dazu laden zahlreiche Rollende Waldschulen, ein Gemeinschaftszelt der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald NRW, des Regionalverband Ruhr und des LJV, eine Kinderbetreuung, eine Waldrallye und vieles mehr ein.
LJV-Zelt
Jagdpolitik ist heute wichtiger denn je. Was der Landesjagdverband leistet und welche weiteren Vorteile LJV-Mitglieder genießen, darüber können sich die Messebesucher direkt am LJV-Zelt informieren.
Junge Jäger
Mittlerweile sind in fast allen Kreisjägerschaften Nordrhein-Westfalens Junge Jäger etabliert und leisten eine hervorragende Arbeit. Nähere Informationen über die Nachwuchsförderung des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen gibt es auf der Jagd & Hund Open Air beim Zelt der Jungen Jäger.



 
Spannung vor dem Landesjägertag
Beim Landesjägertag am Samstag, 28. Mai 2011, in Warburg-Scherfede dürfte es spannend werden. Die NRW-Regierung entsendet Staatssekretär Udo Paschedag, den Amtschef des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutzschutz. Er soll der Jägerschaft des Landes die Jagdpolitik der Landesregierung erläutern.
Antworten wird ihm Jägerpräsident Jochen Borchert. „Wichtig ist, dass wir durch eine starke Präsenz der nordrhein-westfälischen Jägerschaft deutlich machen, wie ernst wir unsere Anliegen nehmen und wie entschlossen wir dafür eintreten“, sagte Borchert im Vorfeld des Landesjägertages. Außerdem verleiht der Landesjagdverband beim öffentlichen Landesjägertag den Biotophege-Preis und den Lernort-Natur-Preis 2011. Nach dem Mittagessen steht die interne Mitgliederversammlung mit den Regularien an. Austragungsort des Landesjägertages ist das Waldinformationszentrum Hammerhof des Regionalforstamts Hochstift.

Einladung zum Landesjägertag und zur Mitgliederversammlung 2011 des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen e.V.
Wir laden hiermit die Mitglieder des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen e.V. zum Landesjägertag und zur LJV-Mitgliederversammlung (LJV-MV) 2011 ein.
Nicht anwesende Mitglieder werden gem. Art. 10 Abs. (9) der Satzung durch den Vorsitzenden der Kreisjägerschaft oder einen von ihm schriftlich Bevollmächtigten in der Mitgliederversammlung vertreten. Die schriftliche Vollmacht ist vor Beginn der Mitgliederversammlung der LJV-Geschäftsführung vorzulegen. Es wird darum gebeten, die LJV-Mitgliedskarte zur Registrierung der Anwesenheit mitzuführen! Die Veranstaltungen finden statt am Samstag, 28. Mai 2011, im Waldinformationszentrum Hammerhof des Regionalforstamtes Hochstift, Walme, 34414 Warburg-Scherfede (Kreis Höxter).

10:00 Uhr: Landesjägertag 2011
Veranstaltungsfolge
1. Begrüßung 2. Grußworte 3. Ansprache des Staatssekretärs im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Udo Paschedag 4. Jagdpolitische Ausführungen des LJV-Präsidenten, Jochen Borchert 5. Verleihung Biotophege-Preis und Lernort-Natur-Preis 2011 6. Schlusswort

Mittagspause

13.30 Uhr: LJV-Mitgliederversammlung 2011

Tagesordnung:
1. Begrüßung, Totengedenken 2. Genehmigung der Niederschrift über die LJV-Mitgliederversammlung 2010 3. Jahresbericht des Präsidenten (s. a. RWJ 5/2011) 4. Genehmigung des Jahresabschlusses 2010 5. Bericht der Rechnungsprüfer und Entlastung des Präsidiums 6. Beschlussfassung über die Änderung des Haushaltsplanes 2011 wegen Rückflusses eines DJV-Beitragsanteiles in 2011 7. Festsetzung des LJV-Beitrages und Beschlussfassung über den Haushaltsplan 2012 8. Anträge 9. Ehrungen 10. Verschiedenes
Unterlagen zu den Punkten 4 und 6 der Tagesordnung der LJV-MV liegen in den Geschäftsstellen der Kreisjägerschaften ab Mittwoch, 27.04.2011, zur Einsichtnahme aus. Anfragen zum Jahresabschluss und zum Haushaltsplan sowie Anträge zur Tagesordnung sind schriftlich mit Begründung bis Mittwoch, 11.05.2011, an das LJV-Präsidium, Gabelsbergerstr. 2, in 44141 Dortmund zu richten.
Das Präsidium
Jochen Borchert ( Präsident ) Dr. Hermann Hallermann ( Vizepräsident ) Ralph Müller-Schallenberg ( Vizepräsident ) Dr. Peter Bottermann ( Schatzmeister )


Jäger mit Scheinwerfern erfolgreich auf Hasenjagd
Durchschnittlich 54 „Langohren“ pro 100 Hektar im Kreis Coesfeld gezählt
Kreis Coesfeld - Volkszählung auch beim Feldhasen im Herbst 2010: Durchschnittlich 13 (wissenschaftlich korrekt: 12,7) Feldhasen pro Quadratkilometer erspähten Jäger und Wissenschaftler bei ihren nächtlichen Scheinwerferzählungen auf Deutschlands Feldern und Wiesen. Im Kreis Coesfeld ergab die Zählung in vier Referenzrevieren (je zwei im Nord- und im Südkreis) 54 „Langohren“ pro 100 Hektar. Der Spitzenwert dabei im COE-Zählgebiet betrug 80 Tiere, der geringste war 38.  
Vorsichtige Hochrechnungen ergeben: Mindestens vier Millionen Feldhasen leben in Deutschland. Grundlage für die Gesamtergebnisse sind Zählungen in bundesweit über 450 Referenzgebieten für das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD), das vom Deutschen Jagdschutzverband (DJV) 2001 initiiert wurde.  Dabei wird in der Dunkelheit von speziell geschulten Jägern gezählt,  indem im Scheinwerferlicht entlang festgelegter Strecken die Gebiete abgesucht werden.
Nach neun Jahren Zählen und Auswerten lässt sich nun eindrucksvoll belegen, dass die Feldhasenbestände in Deutschland weiterhin stabil sind. „Grund genug, dass der Feldhase in Nordrhein-Westfalen jetzt auf der Roten Liste heruntergestuft wurde", sagten übereinstimmend DJV-Präsident Jochen Borchert und Kreisvorsitzender Franz-Josef Schulze Thier (Billerbeck). Nordrhein-Westfalen ist in Deutschland das Hasenland Nummer eins. Hier lebten im Durchschnitt im Herbst 2010 auf einem Quadratkilometer 32 Tiere. Zum Vergleich: in den östlichen Mittelgebirgen (sieben Tiere pro Quadratkilometer) tummelten sich deutlich weniger Langohren. Die Besätze nehmen aber dort leicht zu, wie Thüringen zeigt (von sechs auf sieben Hasen pro Quadratkilometer). Die Bejagung des Feldhasen orientiert sich an der Nettozuwachsrate und am tatsächlichen Bestand. Darauf weist die Kreisjägerschaft Coesfeld noch einmal nachdrücklich hin. In den letzten drei Jahren – und speziell bei den hohen Schneelagen im letzten Jahr - wurde die Bejagung  nur sehr zurückhaltend durchgeführt oder wurden Jagden gar ganz abgesagt. Gleichzeitig wurden die Schutzmaßnahmen intensiviert. Jüngstes Beispiel ist die Aktion "Farbe ins Feld", die vom Deutschen Jagdschutzverband und auch der Kreisjägerschaft Coesfeld  unterstützt wird: Noch 2011 sollen 12.000 Hektar zusätzliche Blühstreifen in der Agrarlandschaft entstehen.

Grüne fordern Bestandskontrolle durch Verhungern

- DJV und BAGJE: Jagdrecht ist Teil des Wirtschaftsfaktors Wald -
Wildtiere in winterlichen Notzeiten verhungern lassen - für eine "natürliche Bestandsregulierung": Das ist die offene Forderung von Cornelia Behm, Sprecherin für Waldpolitik von Bündnis90/Die Grünen im Bundestag. Dies ist gleichzeitig die Abkehr von einem verantwortlichen Umgang mit Wildtieren, dem sich Jäger und Grundeigentümer verpflichtet fühlen, kritisierten der Präsident des Deutschen Jagdschutzverbandes (DJV), Jochen Borchert und der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE), Bernhard Haase. Anlass ist die Pressemeldung der Grünen zum jagdpolitischen Papier des Deutschen Forstwirtschaftsrates.

Die Grünen widersprächen sich selbst, wenn sie einerseits tierschutzgerechte Jagdmethoden forderten und andererseits das Ziel verfolgten, über Notzeiten auf grausame Art und Weise Wildbestände zu "regulieren", so Borchert und Haase. Beispielsweise würde völlig außer Acht gelassen, dass Wildarten wie der Rothirsch - immerhin eine Leitart des Naturschutzes - durch Straßen und Siedlungen nicht mehr wandern könnten. Nahrungsreiche Flächen erreichten sie im Winter deshalb vielerorts gar nicht und müssten gefüttert werden.

Unklar ist auch, wie die Forderung der Grünen nach einer verstärkten und flächendeckenden Bejagung zum Schutz des Waldes umsetzbar sein soll, wenn im nächsten Satz Schutzgebiete von vornherein ausgenommen sind. Gerade erst hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in seinem Urteil zur Pflichtmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften bestätigt, welche hohe Bedeutung eine flächendeckende Bejagung in einem eng besiedelten Land wie Deutschland hat, um Wildschäden und Tierseuchen in den Griff zu bekommen. Weiße Flecken auf der Revierkarte sind kontraproduktiv, weil sich dort zum Beispiel das Wildschwein prächtig vermehrt und später im Umland Schäden verursacht.

DJV und BAGJE weisen außerdem ausdrücklich darauf hin: Wild ist nicht allein ein wichtiger Bestandteil der Biodiversität in der Kulturlandschaft, sondern auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Wald. Wild hat im Wald ebenso wie der Baumbestand einen nicht zu unterschätzenden Wert für den Grundbesitzer. Welche wirtschaftlichen Interessen und Schwerpunkte der einzelne Grundeigentümer verfolgen will, darf ihm nicht von der Politik diktiert werden. BAGJE und DJV sind der Auffassung, dass deshalb nicht allgemeinverbindlich festgeschrieben werden kann, wie die Ziele des Waldbaus und angepasster Wildbestände vor Ort umgesetzt werden können. Eigentümer und Jäger müssen dies gemeinsam vor Ort entscheiden. Das Bundesjagdgesetz und die Landesjagdgesetze geben ihnen über verschiedene Instrumente schon heute ausreichend Möglichkeiten an die Hand, ihre Rechte selbstbestimmt wahrzunehmen. Eine Änderung des bewährten Bundesjagdgesetzes ist hierfür nicht erforderlich.

Die widersprüchlichen Forderungen von Frau Behm zeigen nach Meinung von BAGJE und DJV, dass es den Grünen nicht um die Sache geht und sie kein ernsthaftes Interesse daran haben, einen konstruktiven Beitrag zu einer Verbesserung des sensiblen Gefüges von Wald, Wild und Mensch zu leisten. Vielmehr soll unter dem Deckmantel blumiger Versprechungen das bewährte Prinzip der Selbstverantwortung im Waldbau und in der Jagd zugunsten von ideologisch besetzten staatlichen Vorgaben abgelöst werden.

Tierische Maskerade: oft alles andere als bunt

Um zu überleben, schlüpfen Wildtiere lieber in ein Tarnkleid als in ein Kostüm

Kreis Coesfeld 2011 - Farbe bekennen und auffallen wie ein bunter Hund - darauf kommt es vielen Menschen zu Karneval an. In der Tierwelt gelten jedoch andere Regeln: Hier ist meistens „Sehen und nicht selbst gesehen zu werden" heißt hier die Devise.

Viele Wildtiere setzen statt einer Narren- lieber eine Tarnkappe auf, um natürliche Feinde abzulenken. Eins zu werden mit der Natur, ist im Frühjahr besonders für Jungtiere überlebenswichtig, teilt die Kreisjägerschaft Coesfeld in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Jagdschutzverband aktuell mit.

Bereits ab Ende Februar wird der vermeintlich öde Acker - von vielen Spaziergängern unbemerkt - zur Kinderstube. Von daher appelliert auch die Kreisjägerschaft Coesfeld an alle Hundehalter, ihre geliebten Vierbeiner nicht unkontrolliert durch Wald und Feld toben zu lassen. Allzu schnell bricht der Jagdinstinkt durch und Hasen, Kiebitze, Enten oder Rehe werden zur leichten Beute.

Neugeborene Feldhasen sind dank ihres erdbraunen Fells nahezu unsichtbar für Fressfeinde - zudem sind sie geruchlos und werden vom Muttertier nur zum Säugen aufgesucht. Das ist wichtig: Bei Gefahr kann sich Meister Lampe nämlich nicht wie das Kaninchen in einen Bau zurückziehen, sondern duckt sich auf freiem Feld.

Wildschweinjunge sind durch ihr braun gestreiftes Fell im Wald vor neugierigen Blicken sicher und für viele Waldbesucher ein Hund aber eine Wildschweinfamilie auf, kann es für das eigene Haustier schnell gefährlich werden. Mutter Wildschwein kennt keine Angst, wenn es um ihren unsichtbar. Stöbert Nachwuchs geht. So mancher Hund wurde dadurch schon schwer verletzt oder sogar getötet.
 
Daher raten die Kreisjägerschaft und der DJV gerade jetzt im Frühjahr umsichtig zu sein, auch für ihren vierbeinigen Begleiter schon mal im Voraus zu „denken". Hunde sollten so gehorsam sein, dass sie immer auf Ruf oder Pfiff zurückkommen.

Naturliebhaber können mit den ortskundigen Jägerinnen und Jägern Rücksprache halten, wo besonders viele Jungtiere zu erwarten sind. Über die Hegeringe im Kreis sind diese Ansprechpartner zu erfragen. Adressen der Hegeringe sind unter www.kreisjaegerschaft-coesfeld.de im Internet abzurufen.

Über die Leinenpflicht für Hunde vor Ort informieren die lokalen Gemeinde bzw. Stadtbehörden.